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Bayern in Berlin.

Bayern und Berliner pflegen traditionell eine ehrliche Beziehung. 2017 haben sich 8.861 Bayern in Berlin gemeldet. Wo scheint der Berliner Himmel weiß-blau?

Bayern kommen viel in der Welt herum. Und sie hinterlassen Spuren. Die bayerische Kultur, Brauchtum und Traditionen werden vielerorts direkt mit Deutschland assoziiert. Lederhosen, Bier, Blasmusik, Volksfeste und Alpenidyll gehören neben Würsten und Brezeln zu den wichtigsten Merkmalen, die weltweit mit Bayern, oder eben Deutschland, in Verbindung gebracht werden. München darf als Ziel auf keiner Rundreise fehlen und um Premiumprodukte wie Autos von BMW und Audi, wird man in Asien ebenso beneidet wie in den USA oder Südamerika. Entsprechend leiden die Bayern nicht an Minderwertigkeitskomplexen. Ein gesundes Selbstbewusstsein und die Gewissheit, die meisten Dinge zumindest nicht schlechter zu machen als andere, sind prägende bayerische Eigenschaften.
Fast ebenso alt wie die bayerischen Traditionen, ist allerdings auch die oft zitierte Rivalität zwischen Bayern und Preußen.

Der auch heute teilweise noch rustikale Umgang zwischen Bayern und Berlinern, sinnbildlich für Preußen, hat seine Wurzel im Jahr 1866, als im damaligen „Deutschen Bund“ sich die Rivalität der Großmächte Österreich und Preußen in einem Krieg entluden. Die Süddeutschen, unter ihnen das Königreich Bayern, stellten sich auf die Seite Wiens und damit gegen Preußen. Nichts war ihnen mehr zuwider als ein Nationalstaat unter der Führung Berlins und der Verlust der Unabhängigkeit.

Das ist alles lange her und auch wenn es noch heute herzlichere Umarmungen gibt als die zwischen Bayern und Berlinern, interessiert uns hier, wie es den Bayern im Berlin von heute geht, im Jahr 2018. Also genug der Geschichte und den Blick auf die Zahlen gerichtet.

Wie viele Bayern insgesamt in Berlin leben lässt sich nicht bestimmen. Auch Anfragen beim Amt für Statistik in Bayern und bei der Landesvertretung der Bayern in Berlin konnten nicht beantwortet werden. Die Meldeämter in Berlin führen zwar die Meldezahlen mit letztem Wohnsitz aus Bayern fort, aber ob es auch tatsächlich ein Bayer ist, der sich hier gemeldet hat, oder ein anderer Landsmann, wird dadurch nicht klar. Inoffiziell (sehr inoffiziell) ist die Rede von etwa 30.000 Bayern, bezogen allerdings auf 2011 oder 2012, auch das ist nicht ganz klar.

Zuzüge aus Bayern nach Berliner Ortsteilen

Dem Amt für Statistik Berlin -Brandenburg zufolge, sind im Jahr 2017 8.861 Menschen aus Bayern nach Berlin gezogen. In umgekehrter Richtung meldeten sich 6.271 Menschen in Berlin ab, um sich in Bayern anzumelden. Das ergibt im Saldo ein Plus von 2.590 Menschen zugunsten Berlins.
Die meisten Anmeldungen aus Bayern erfolgten in den Ortsteilen Neukölln (732), Prenzlauer Berg (692), Friedrichshain (625), Charlottenburg (625), Wedding (620) und Mitte (549).

Im Saldo führt Mitte die Liste an. Hier betrug der Zuwanderungsgewinn 262.
Am wenigsten Zuspruch unter Zuzüglern aus Bayern fanden im vergangenen die Ortsteile Tegel (77), Tiergarten (77), Weißensee (115) sowie Marzahn und Hellersdorf.
Neukölln (732), Prenzlauer Berg (692), Friedrichshain (625), Charlottenburg (625), Wedding (620) und Mitte (549). Im Saldo führt Mitte die Liste an. Hier betrug der Zuwanderungsgewinn 262. Am wenigsten Zuspruch unter Zuzüglern aus Bayern fanden im vergangenen die Ortsteile Tegel (77), Tiergarten (77), Weißensee (115) sowie Marzahn und Hellersdorf.

Bayern und Berliner Kieze

Der Boxhagener Platz in Friedrichshain führt die Beliebheitsskala mit 148 Anmeldungen an, gefolgt vom Quartier rund um die Invalidenstraße in Mitte, mit 127 Zuzügen. An Platz drei ist dann wieder Friedrichshain mit 102 Anmeldungen im Samariterviertel. Im Ortsteil Wedding führen die Straßenzüge rund um die Soldinerstraße mit 99 Menschen, wieder gefolgt von Friedrichshain. Auch Rixdorf ist unter Bayern sehr beliebt.

Wieder ein anderes Bild ergibt sich, wenn wir prüfen, wieviele Quartiere je Bezirk in der Statistik auftauchen. Mit 18 Kiezen führt Neukölln die Liste an. 17 in Charlottenburg, 15 in Prenzlauer Berg und 14 in Kreuzberg. Mitte kommt auf 12 Quartiere.

Zuzüge im Bundesländer-Vergleich

Im Bundesländer-Vergleich kommt Bayern auf Platz 3, hinter Brandenburg (19.404 Zuzüge), Nordrhein-Westfalen (11.525 Zuzüge) und vor Baden-Württemberg (7.639) und Niedersachsen. Die geringste Zahl an Zuzügen wurde bei Saarländern registriert. Im Verhältnis von Landesbevölkerungen zu Zuzügen liegen die Bayern auf dem zwölften Platz. Es wundert nicht, dass diese Liste von Berlins Nachbarn Brandenburg angeführt wird. Etwa 0,07% der bayrischen Bevölkerung zogen im Jahr 2017 nach Berlin. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl Bayerns ist dies ein eher schwaches Ergebnis. "Schlechter" schneiden nur noch das Flächenland Nordrhein-Westfalen (0,06 Prozent), das Saarland (0,05 Prozent) und Rheinland-Pfalz (0,05 Prozent ab). Nur unwesentlich besser ist das Verhältnis bei den Baden-Württembergern, mit 0,07 Prozent. Offensichtlich hegen die kleineren Bundesländer eine größere Affinität für Berlin, als die großen Länder.

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