Hoch oder breit?
Wohn-Wolkenkratzer: Hochhäuser in Berlin

Berlin sucht einen Weg der den Bau neuer Wohnungen in Hochhäusern nicht unterbindet und die Interessen der Bürger und das Stadtbild schützt. R2G will neuen Hochhaus-Masterplan für Berlin.

Hoch statt Breit!

In Berlin will die Landesregierung einen neuen Hochhausplan für die Hauptstadt. Gemeinsames Ziel von SPD, Linke und Grüne ist ein Masterplan, der den Bau von Hochhäusern in Berlin begrenzt und stärker reguliert. klare Regeln für die Genehmigung aufstellen. SPD, Linke und Grüne fordern von Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) einen Hochhausplan für die Stadt, der die Kriterien für die Genehmigung von Hochhäusern vorgibt. „Ein nur durch die ökonomische Nachfrage geprägter städtebaulicher oder architektonischer Wildwuchs von Hochhäusern in der Stadt muss vermieden werden“, heißt es zur Begründung in dem Antrag.
Die Position des Senats dazu war unter der großen Koalition diametral entgegengesetzt. "Berlin muss auch in die Höhe wachsen können, um Flächenressourcen zu schonen", war die Meinung vom ehemaligen Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Geisel hatte schon in der Vergangenheit mehrfach für den Bau von Wohn-Hochhäusern geworben. Am Alexanderplatz sollte das Wachstum sogar "sehr hoch" sein, wofür Geisel extra den Masterplan Alexanderplatz überarbeitet ließ, wonach dort insgesamt neun Hochhäuser errichtet werden sollen.
Bereits damals kam Kritik von den Linken. Die Linken-Abgeordnete Katrin Lompscher, heute Senatorin, wandte sich gegen den Plan, weil der geplante Wohnturm die städtebaulich zentrale Sichtachse von der Karl-Marx-Allee zum Fernsehturm stark beeinträchtige.
In Berlin gibt es derzeit zahlreiche Pläne für den Bau von Hochhäusern. 2016 wurden sechs Wohnhochhäuser fertiggestellt, diverse weitere (nach unseren Recherchen 19) sind in Planung. Zwei Hochhausvorhaben mit einigen hundert Wohnungen sind am Alexanderplatz geplant, jeweils eines von amerikanischen und russischen Unternehmensgruppen.
Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher prüft nun, ob die Hochhauspläne Bestand haben. Ihre skeptische Position führt sie als Senatorin fort. Nicht diskutiert wird im Senat der Bau weiterer Hochhäuser in der Nachbarschaft zum Park-Inn-Hotel. Andere Standorte werden von der Senatorin wiederum ganz in Frage gestellt.
In die städtebaulichen Bedenken mischen sich durchaus sinnvolle Leitbilder. Von Bauherren könnte in Zukunft auch gefordert werden, dass mindestens 80 Prozent der Nutzung garantiert würden und dass ebenerdige Geschosse und Skyviews öffentlich zugänglich gemacht werden, so ein Vorschlag aus Seiten der SPD. Linke und Grüne möchten ein Regelwerk für künftige Hochhausprojekte. Von einer Eindämmung von Wildwuchs ist die Rede.

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