Mieterverein beklagt zweigeteilten Wohnungsmarkt: Zugezogene mit hoher Kaufkraft sind flexibel

Der Berliner Mieterverein beklagt, dass die Mieten in Berlin für Einheimische an die Belastungsgrenze stosse. Zugezogene könnten eine höhere Belastung verkraften.

Der Berliner Mieterverein beklagt einen zweigeteilten Wohnungsmarkt. Während sich zugezogene Mieter mit hoher Kaufkraft flexibel auf dem Berliner Wohnungsmarkt versorgen könnten, sei "das Maß an Wohnkostenbelastung" der einkommensschwächeren Haushalte sehr hoch, so der Verein. Die einkommensschwächeren Haushalte würden Umzüge mittlerweile vermeiden, ansonsten sähen sie sich einer starken Konkurrenz um die verbliebenen günstigen Wohnungen ausgesetzt. Lange könnten für diese Mietergruppen auch die Ausweichquartiere in den Randbezirken nicht mehr als Alternative herhalten, da auch hier die Mieten insgesamt stiegen, so der Verein. Mieter sollten die Mietpreisbremse offensiv nutzen, um die Mieten bei Wiedervermietung zu beschränken, empfehlen die Verbraucherschützer. Gleichzeitig verlangt der Mieterverein deutlich mehr Sozialen Wohnungsbau und "spürbaren Schutz zur Sicherung preiswerter Mietwohnungen". Im Rahmen der zweiten Mietrechtsnovelle sei die Bundesregierung daher aufgefordert, die Mieterhöhungen nach Modernisierung deutlich zu beschränken und die Kappungsgrenzen bei normalen Mieterhöhungen auf 15 Prozent in fünf Jahren zu senken.

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