Immer weniger Zwangsräumungen in Berlin: Zahl sinkt das zweite Jahr in Folge

In Berlin gibt es immer weniger Zwangsräumungen. In 2015 sank die zahl das zweite Mal in Folge und erstmals seit Erhebung der Daten auch in allen Berliner Bezirken gleichzeitig. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Aus der Antwort der Senatsverwaltung für Justiz auf eine Anfrage der Grünen aus dem Jahr 2015, ist zu entnehmen, dass Zwangsräumungen in Berlin rückläufig sind. Demnach wurden 2013 noch 8.323 Wohnungen wegen Mietrückständen zwangsgeräumt, 2014 waren nur noch 7.421 und 2015 insgesamt 6.236. Das entspricht für 2014 einem Rückgang um 11 Prozent und in 2015 um weitere 16 Prozent. Während die Zahl der Zwangsräumungen in 2014 noch in einzelnen Bezirken wie Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau oder Tempelhof-Schöneberg gegen den Trend leicht zulegte, konnten 2015 alle Berliner Bezirke einen Rückgang verzeichnen. Am kräftigsten war dieser im Bezirk Spandau, wo die Zahl der Zwangsräumungen 2015 um deutliche 30 Prozent gegenüber 2014 nachließ.

Eine Untersuchung von Wissenschaftlern des Institutes für Sozialwissenschaften sowie Stadt- und Regionalsoziologie der Berliner Humboldt-Universität Berlin will zu einem anderen Ergebnis kommen. Berlin habe sich zur Hauptstadt der Zwangsräumungen entwickelt, heißt es dort. Das Risiko von Zwangsräumungen nehme mit den steigenden Mieten und der einhergehenden Wohnungsknappheit zu. Belegen können die Autoren der Studie die angeblich steigenden Zahlen nicht, da die Daten einer amtlichen Grundlage entbehren.

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