Berlin-Immobilien: Mietanstieg verlangsamt, Mietpreisbremse diskutiert und Wohnungsneubau gefordert.

Seit dem ersten Juni 2015 ist das Gesetz zur Mietpreisbremse Juni 2015 in Kraft. Ziel des Gesetzes zur „Mietpreisbremse“ ist das Bremsen des Anstieges der Mieten vor allem in gefragten Lagen von Großstädten. Wo immer mehr Menschen hinziehen, wird der Wohnraum knapper und damit meist auch teurer.

Sinkende Nebenkosten lindern den Anstieg für die Berliner Mieter. Gleichzeitig kehrt die Mietpreisbremse zurück in die Diskussion. Der Einfluss auf die Mieten von Berlin-Immobilien scheint bisher eher gering zu sein. Das geht zumindest aus dem "Wohnmarktreport 2015" hervor, den der Immobiliendienstleister CBRE und die Bank Berlin Hyp vorgestellt haben. Dem Report zufolge erhöhten sich die Angebotsmieten für Wohnungen 2015 um 5,1 Prozent auf knapp 9,00 Euro pro Quadratmeter – und damit etwas langsamer als in 2014 (6,6 Prozent).

Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen den Bezirken. In Mitte (+7,0 Prozent), Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf (jeweils +5,9 Prozent) gab es die prozentual größten Zuwächse, Lichtenberg (+0,9 Prozent), Charlottenburg-Wilmersdorf (+1,8 Prozent) sowie Marzahn- Hellersdorf (+2,4 Prozent) hatten die geringsten Zuwächse, aber auch hier steigen die Mieten weiter. Der leichte Anstieg beim Volumen von Neubauwohnungen decke die Nachfrage nicht. Während in Marzahn-Hellersdorf nur 220, in Reinickendorf 270 und in Tempelhof-Schöneberg 550 Wohnungen entwickelt werden, beträgt die Zahl der geplanten Wohnungen in Treptow-Köpenick 3.300, in Lichtenberg 3.650 und in Mitte 4.870.

Der Bedarf an Immobilien in Berlin durch Zuzüge ist allerdings weit größer. 2014 kamen wie in den Vorjahren rund 40.000 Einwohner hinzu. Im Jahr 2015 wurden darüber hinaus laut eines Berichts der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales alleine 57.500 Asylbewerber registriert – zusätzlich zu den nicht registrierten Flüchtlingen und der regulären Zuwanderung von Arbeitskräften, Studenten und nachgezogenen Familienmitgliedern.

Weitere Erkenntnisse des Berichts: Die Wohnkostenbelastung für Berlin-Immobilien in den peripheren Lagen ist weiter moderat, in den innerstädtischen Wohnlagen weiter gestiegen. Den stärksten Miet- und Preisanstieg gibt es im oberen Marktsegment und in den peripheren Lagen. Eigentumswohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um 10,1 Prozent. Der Wohnmarktreport analysiert die aktuellen Entwicklungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt und wertet hierfür mehr als 110.000 Mietangebote sowie mehr als 67.000 Inserate für Eigentumswohnungen aus den ersten drei Quartalen der Jahre 2014 und 2015 für die insgesamt 190 Postzahlgebiete Berlins aus.

Der Berliner Mieterverein beklagt derweil einen zweigeteilten Wohnungsmarkt in Berlin. Während sich zugezogene Mieter mit hoher Kaufkraft flexibel auf dem Berliner Wohnungsmarkt versorgen könnten, sei "das Maß an Wohnkostenbelastung" der einkommensschwächeren Haushalte "voll", so der Verein.

Die einkommensschwächeren Haushalte würden Umzüge mittlerweile vermeiden, ansonsten sähen sie sich einer starken Konkurrenz um die verbliebenen günstigen Wohnungen ausgesetzt. Lange könnten für diese Mietergruppen auch die Ausweichquartiere in den Randbezirken nicht mehr als Alternative herhalten, da auch hier die Mieten insgesamt stiegen, so der Verein. Gleichzeitig verlangt der Mieterverein deutlich mehr Sozialen Wohnungsbau und "spürbaren Schutz zur Sicherung preiswerter Mietwohnungen".

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