Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Bezirksreport Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorf ist ein Bezirk, der sich in den vergangenen Jahren einem enormen Strukturwandel unterzog. Es hat sich ein Bezirk herausgebildet, der einen vielseitigen, wirtschaftsstarken und familienfreundlichen Stadt- und Lebensraum vorweisen kann.
Hellersdorf ist in seiner städtebaulichen Struktur von Plattenbaugroßsiedlungen geprägt, die aus einem Großprojekt während der DDR-Zeit nach 1980 in „industrieller Fertigbauweise“ errichtet wurden. Heute sind die Siedlungen fast vollständig saniert, modernisiert und durchgrünt. Längst existiert nicht mehr das Stigma vom Wohnen in der „Platte“ und in Zeiten der Wohnungsknappheit nimmt die Attraktivität des Wohnstandortes Hellersdorf wieder zu.
Den Kontrast zu den Großsiedlungen in Hellersdorf bilden die Einfamilienhausgebiete in Kaulsdorf und Mahlsdorf, wo eher eine dörfliche bis vorstädtische als urbane Atmosphäre herrscht. Seit 1997 sind die Hellersdorfer stolz auf ihr neugebautes Stadtteilzentrum „Helle Mitte“, welches neben zahlreichen Einzelhandelsketten und Cafés ein Multiplex-Kino zu bieten hat. Die Hellersdorfer Promenade bildet nicht nur eine Fußgängerzone inmitten der Plattenbausiedlungen, sondern stellt auch ein Quartiersmanagementgebiet der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dar. Hier werden positive Impulse zur Verbesserung der Lebensqualität und des Nachbarschaftslebens gesetzt.
Im Ortsteil Marzahn verhält es sich ähnlich wie in Hellersdorf. Hier findet man eine heterogene Bebauungsstruktur von Plattenbauten und Einfamilienhauslagen vor. Biesdorf und Friedrichsfelde-Ost weisen einen Gartenstadtcharakter auf und bilden gemeinsam mit Mahlsdorf und Kaulsdorf das größten zusammenhängende Einfamilienhausgebiet Berlins.

66,1
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
13,11
%
Internationalität (2016)
126.682
Einwohnerzahl (2015)
37,1
Wohnfläche je Einwohner
9,1
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+1.008
Wanderungssaldo (2016)

Immobilienpreise Hellersdorf

Der Wohnungsbestand in Marzahn-Hellersdorf liegt laut Amt für Statistik bei etwa 132.000 Wohnungen, wovon etwa 100.000 Berlin-Immobilien auf die Plattenbauten in den Großwohnsiedlungen entfallen. Die Eigentumsquote liegt mit knapp 14 Prozent im Berliner Durchschnitt. Der Wohnungsleerstand liegt heute bei unter 3 %.
In Marzahn-Hellersdorf wurden in den vergangenen 3 Jahren überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet. In den Ortsteilen Kaulsdorf, Mahlsdorf und Biesdorf herrscht ein kleiner Bauboom. Der Wohnungsmarkt in Hellersdorf ist relativ ruhig. Im Geschosswohnungsbau wurden 2016 nur 17 Wohnungen aus kleinen Projekten angeboten. Der Durchschnittspreis lag bei EUR 3.700/m².
Bestandswohnungen werden überwiegend von Wohnungsbaugesellschaften und großen, institutionellen Eigentümern gehalten, weshalb die Umsätze auch in diesem Segment gering ausfallen.
In Marzahn-Hellersdorf werden die niedrigsten Mieten in Berlin erzielt. Aufgrund einer kleinen Durchschnittsgröße der Wohnungen und der relativ niedrigen Mieten, betragen die Gesamtkosten im Durchschnitt für eine Mietwohnung nicht mehr als 621,96 Euro Kaltmiete in Mahlsdorf. Die höchste Haushaltskraft wird in Kaulsdorf erreicht. Im Berlinvergleich zählt Kaulsdorf bezüglich der Haushaltskraft zum obersten Zehntel.

Die Preissteigerungsrate betrug von 2015 auf 2016 ca. 4 Prozent.

Zukunftstechnologien, Cleantech Business Park und IGA 2017

Marzahn-Hellersdorf ist ein innovativer Industrie- und Gesundheitsstandort. Die sehr gut erschlossene Infrastruktur, das hervorragend ausgebaute Nahverkehrsnetz sowie der schnelle Zugang zur Autobahn sind neben der gut entwickelten Netzwerke durch regionale Wirtschaftsverbände und der Wirtschaftsförderung nur einige der positiven Standortfaktoren für Unternehmen.

Im Südwesten des Bezirks befindet sich auf 1.200 Hektar „Berlin eastside“, das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt. Marzahn-Hellersdorf teilt sich dieses Gewerbeareal mit Lichtenberg. Hier sind rund 2.500 Unternehmen angesiedelt.

Im September 2015 wurde mit dem angrenzenden Cleantech Business Park mit 90 Hektar Fläche Berlins größter Industriepark eröffnet. Der Standort ist speziell für produzierende Unternehmen aus dem Bereich Cleantech ausgerichtet und attraktiv. Bereits bei der Erschließung des Gebietes wurden diverse ökologische Faktoren berücksichtigt, wozu u.a. die ökologische Baubegleitung zählt. Hier sollen wirtschaftliches Wachstum und Klima- sowie Umweltschutz verschmelzen.

Die „Gärten der Welt“ ziehen jährlich mehr als 800.000 Besucher nach Marzahn-Hellersdorf. Hier lassen sich Gärtenkünste aus aller Welt betrachten: chinesisch, japanisch, orientalisch, balinesisch und europäisch. Im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Berlin 2017 (IGA) wird die Eröffnung des Englischen Gartens in den Erweiterungsflächen des Areals erfolgen. Die erwartete Besucherzahl der IGA 2017 beträgt etwa 2,4 Mio. Besucher.

Hellersdorf: Hohe Lebensqualität und familienfreundlich

Zufriedene Bewohner. So könnte das Credo in Marzahn-Hellersdorf lauten. Insgesamt ist das Wohlbefinden der Bewohner hier sehr hoch. Das war jedoch nicht immer so. Von den frühen 90er Jahren bis 2009 litt der Bezirk unter einem hohen Leerstand und einer im Berliner Vergleich überalterten Bevölkerung. Den Höhepunkt erreichte diese Entwicklung im Jahr 1997, als etwa 28.000 Fortzügen nur etwa 17.000 Zuzüge entgegenstanden. Derzeit wächst der Bezirk jährlich um ca. 2.500 Bewohner. Nach Jahren des Rückgangs hat der Bezirk nun wieder mehr als 262.000 Einwohner. Die Verjüngungskur tut dem Bezirk sehr gut und die – meist sanierten – Plattenbauten füllen sich wieder mit Leben. Denn ein großer Teil des Zuzuges kommt von Familien mit Kindern und Jugendlichen von neun bis 18 Jahren, und damit steigen auch Geburtenzahlen wieder an. Junge Familien schätzen die preiswerten Wohnungen und das gut ausgebaute soziale Infrastrukturnetz: hier gibt es wohnortnahe Kitas und Schulen.

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