Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Bezirksreport Berlin-Mitte

Der Bezirk Mitte ist Programm. Im Herzen Berlins gelegen, liegt in ihm nicht nur die geographische Mitte der Hauptstadt. In Berlin-Mitte spielt sich ein Großteil des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens von Berlin ab. Neben dem Regierungsviertel mit Parlament, Bundeskanzleramt und Ministerien, befinden sich hier auch zahlreiche Botschaften. Der Bezirk Mitte setzt sich seit der Bezirksreform aus dem Jahr 2001 aus den Stadtteilen Tiergarten, Wedding und Mitte zusammen und ist damit ein Ost-West-Bezirk. International ist das Verständnis von Mitte der originären Stadtteil Mitte, ohne die Bezirkspartner Wedding und Tiergarten. Berlin Mitte ist der wichtigste Touristen-Hotspot der Hauptstadt. Neben dem Boulevard "Unter den Linden", dem Brandenburger Tor und Checkpoint-Charly als Touristenmagneten, sind hier wichtige Kultur-und Bildungseinrichtungen beheimatet. Die Museumsinsel, die Humboldt-Universität, zwei Opernhäuser, Theater, Varieté und Bibliotheken, in Mitte pocht das kulturelle Herz Berlins.

72,47
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
39,20
%
Internationalität (2016)
95.193
Einwohnerzahl (2016)
36,59
Wohnfläche je Einwohner
11,47
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+3.642
Wanderungssaldo (2016)

Zahlreiche Gebäude in der westlichen Leipziger Straße sind in ihrer historisch hochwertigen Bausubsubstanz gut erhalten und strahlen Exklusivität aus. Während in diesem Abschnitt das Bundesfinanzministerium und der Bundesrat residieren, sind in der östlichen Leipziger Straße einige Wohnquartiere und Geschäftshäuser angesiedelt. Hier umfassen die Wohnhäuser zwischen elf bis 25 Etagen. Die Wohnhauskomplexe entlang der Leipziger Straße wurden seit 1969 als sozialistisches Pendant zum Axel-Springer-Hochhaus errichtet.

In der Rosenthaler Vorstadt dominieren spätklassizistische Gebäude, Quartiere aus der Gründerzeit sowie Neubauten das Ortsteilbild. Seit der Jahrhundertwende entwickelte sich die Brunnenstraße von einer Vorstadtstraße zu einer Geschäftsstraße. Die Geschichte des Berliner Wohnungsbaus lässt sich in diesem Viertel sehr gut erkennen. Wohnhäuser aus der Zeit um 1860 sind hier genauso erhalten, wie repräsentative Geschäftshäuser und Mietskasernen mit mehreren Hinterhöfen. Die Rosenthaler Vorstadt-Kieze ziehen immer mehr Familien an. Besonders der Arkonaplatz, die Gegend zwischen Torstraße, Friedrichstraße, Rosa-Luxemburgstraße und Spree ist sehr beliebt.

Die Spandauer Vorstadt ist der älteste noch erhaltene Stadtgrundriss der Berliner „Vorstädte“. Eines der beeindruckenden Baudenkmäler stellt die größte geschlossene Hofbebauung Deutschlands, die Hackeschen Höfe, dar. Die Quartiere rund um den Hackeschen Markt und der Oranienburger Straße beherbergen Galerien, exklusive Designerläden, Clubs und Restaurants.

In der Oranienburger Straße befindet sich die jüdische Synagoge aus dem Jahr 1866, welche aufgrund des damaligen, sehr starken Zuzugs jüdischer Kaufleute in diesem Quartier errichtet wurde. Ein Großteil der Oranienburger Straße wurde in der Pogromnacht und später durch Luftangriffe zerstört. Zu DDR-Zeiten kam es nur zu einer notdürftigen Instandsetzung, viele nur teilweise zerstörte Gebäude fielen der Abrissbirne zum Opfer. Nach der Wende lebte das Quartier langsam auf. Durch die Einrichtung des Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge und die Ansiedlung zahlreicher Künstler wurde das Quartier erneut erweckt und ist heute eine der teuersten und gefragtesten Spitzenlagen Berlins.

Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Berlin-Mitte

Abbildung oben: Die Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Berlin-Mitte. Das Chart zeigt die Veränderungen im Preisgefüge des Bezirkes anhand von drei Preissegmenten. Wieviele Wohnungen wurden in den unterschiedlichen Preissegmenten angeboten? Die Linie zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Angebotspreises über alle Wohnungstypen und Preissegmente für Bestandswohnungen.

Mitte zählt zu den teuersten Adressen Berlins
Preisentwicklung für Wohnungen in Berlin-Mitte

Neben einem sehr großen Wohnungsbestand ist Mitte auch Standort für Dienstleistungsunternehmen, Handel und Büro. Allgemein beherbergt der Ortsteil die teuersten Wohnlagen Berlins. Die Preise für Berlin-Immobilien in Mitte steigen und steigen. 2016 betrug der Preisanstieg im Neubausegment 13 Prozent. Im Bestandssegment stiegen die Angebotspreise unseren Auswertungen zufolge um durchschnittlich 14 Prozent.

Über alle Wohnungstypen betrug der durchschnittliche Angebotspreis in den überwiegend guten Lagen in Mitte etwa 5.350 Euro/m² für Etagenwohnungen. Dachgeschosse und Penthouse-Einheiten liegen zwischen 6.450 und 9.100 Euro/m².
Für High-End Objekte werden Preise jenseits der 15.000 Euro-Marke verlangt. Immerhin 34 Wohnungen wurden 2016 im Segment zwischen 10.000 und 20.000 Euro/m² angeboten und wurden mit knapp 5 Wochen Vermarktungsdauer auch nicht zu Ladenhütern. Das Luxussegment konnte im Vergleich zu den Vorjahren erhebliche Wachstumsraten verzeichnen.
Am anderen Ende der Skala, im Segment der Angebotspreise um 3.000 Euro/m² wurden nur etwa 400 Objekte angeboten. Vor drei Jahren waren es noch vier Mal so viele Wohnungen.
Etagenwohnungen in Neubauprojekten werden im Schnitt für EUR 6.500/m² angeboten, Penthouse-Apartments für knapp 9.000 Euro/m².

Standort Mitte: Forschung, Kanzleien, Verbände, Regierung

In Berlin-Mitte wird auf internationalem Spitzenniveau geforscht und geheilt. Die hier gelegene Charité zählt zu den größten Universitätskliniken Europas. Einige der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie haben hier geforscht und gelehrt, unter ihnen Emil von Behring, Robert Koch und Paul Ehrlich.

Auch für viele internationale und nationale Unternehmen, Kanzleien und Verbände, kommt nur Berlin-Mitte als Standort in Frage

Viele der beliebtesten Ausgehviertel Berlins liegen in Mitte.

Berlin-Mitte ist der Ausgehstadtteil schlechthin. Rund um den Rosenthaler Platz ist es nachts nur selten still, denn hier herrscht buntes Treiben. In die Neue Odessa Bar in der Torstraße oder in die nicht weit davon entfernte Muschi Obermaier Bar lockt es sowohl Touristen als auch Berliner. Die Kitty Cheng Bar ist weit über Berlins Grenzen für hippe Partys bekannt – hier fand schon die FC Bayern-Meistersause statt. Das Tanzbein kann auch am Alexanderplatz geschwungen werden: Im Club Avenue sind neben der Tanzfläche noch zwei moderne Bars integriert. Hier wird im Keller gefeiert - zu Hip-Hop-Partys wird hier schon mal New Yorker Clubatmosphäre verliehen. Besonders im Sommer lädt die Dachterrasse des Weekend Clubs, ebenfalls am Alexanderplatz, zu Partys mit einem wunderbaren Blick über Berlin ein.

In Mitte lässt es sich also gut feiern und dabei wurde nur eine kleine Auswahl der vielfältigen Ausgehmöglichkeiten genannt. Unerwähnt darf auch nicht die kulinarische Vielfalt in Mitte bleiben. In der Friedrichstraße und rund um den Gendarmenmarkt finden sich mondäne Restaurants. Im Steakhaus Grill Royal, in dem die Champagnerkarte größer als viele Weinkarten ist, sind hervorragende Steaks zu genießen. Viele bekannte und berühmte Gesichter sind häufig im Borchardt anzutreffen. Das erstklassige Essen lässt sich bei angenehmer Atmosphäre in der Französischen Straße genießen. Apropos Französisch: Im gestylten Restaurant Bandol sur Mer in der Torstraße sind Liebhaber der französischen Küche zu begeistern. Eines der beliebtesten asiatischen Restaurants, eingerichtet mit minimalistischem Interieur, befindet sich ebenfalls in der Torstraße. Das Dudu offeriert einen Mix aus vietnamesischer und japanischer Küche und begeistert seine Besucher mit kreativen und abwechslungsreichen Gerichten.

Mitte hat zahlreiche Facetten: Ob Ausgehmöglichkeiten oder kulturelles Leben - Theaterbühnen, Galerien, eine breite Museumslandschaft… Hier befindet sich Berlins politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum!

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