Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Wohnmarktreport Moabit

Moabit ist ein zentraler Ortsteil im Bezirk Mitte, der ringsherum von Wasser umgeben ist und ein hohes Entwicklungspotenzial erwarten lässt. Die Lage zwischen den Wasserstraßen Spree, Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, Westhafenkanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal verhalf Moabit in früheren Zeiten zu industrieller Blüte, in deren Folge sich vor allem Arbeiter in Moabit niederließen. Im Zuge der Industrialisierung explodierte in Moabit zwischen den Jahren 1858 und 1890 die Bevölkerung mit einem Anstieg von 10.000 auf 93.000 Einwohner. Der damalige Stadtteil entwickelte sich zu einem hoch verdichteten Arbeits- und Wohngebiet. Die Arbeiter lebten auf engstem Raum in prekären Wohnverhältnissen. Aufgrund der Unzufriedenheit bildete sich in Moabit ein kulturelles und politisch aktives Milieu heraus: Gewerkschaften und Parteien entstanden. Viele kommunistische Widerstandszellen waren nach der Machtergreifung der Nazis z.B. im Roten Beusselkiez oder dem angrenzenden Rostocker Kiez aktiv.

Auch heute sind die Wohnquartiere und Immobilien in Moabit von der Vergangenheit geprägt. Die Wohnlagen sind überwiegend einfach. Trotzdem ist die Attraktivität von Moabit als Wohn- und Wirkungsort für Künstler, junge Familien und Studenten in den vergangenen Jahren gestiegen. In 2006 zeigten sich erste kleine strukturelle Veränderungen. Ein einsetzendes Quartiersmanagement, günstiger Wohnraum und die interessante und zentrale Lagen führten zu einem erhöhten Interesse an Moabit. Mittlerweile hat der Bezirk den Status als Geheimtipp verloren, ohne jedoch bislang eine vergleichbare Preisentwicklung wie Kreuzberg oder Neukölln zu durchlaufen.

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Immobilienpreise in Moabit

Mit knapp 39.000 Mietwohnungen und – in den vorgenannten Quartieren – rund 1.000 von den Eigentümern genutzten Wohnungen, ist der Wohnungsmarkt in Moabit genauso klein, wie von individuellen Lagen geprägt. In Moabit ergibt sich insofern ein nach wie vor heterogenes Preisbild, welches stärker noch als in anderen Ortsteilen von der Mikrolage abhängt. Die Eigentumsquote liegt bei sehr geringen 2,5 Prozent.

Die Immobilienpreise in Moabit sind von 2015 auf 2016 um ca. 23 Prozent gestiegen, wobei 2016 nur knapp unter 80 Wohnungen in Moabit angeboten wurden. Die errechnete Preissteigerung basiert damit auf einer geringen Fallzahl. Neben hohen Quadratmeterpreisen im Stephan-Kiez, erleben vor allem die Straßenzüge nahe des Hauptbahnhofes und die nahe am Tiergarten gelegenen Quartiere Preisschübe. Weniger zentral gelegene Bereiche und Berlin-Immobilien des Bezirks werden noch verhältnismäßig günstig gehandelt. Es ist zu erwarten, dass die Lagen im Radius von etwa 4 km um den Bahnhof stark im Preis steigen werden.

Wohnungsmarkt Moabit Preissegmente

Abbildung unten: Die Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Moabit. Das Chart zeigt die Veränderungen im Preisgefüge des Bezirkes anhand von drei Preissegmenten. Wieviele Wohnungen wurden in den unterschiedlichen Preissegmenten angeboten? Die Linie zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Angebotspreises über alle Wohnungstypen und Preissegmente für Bestandswohnungen.

Moabit Dashboard

72,81
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
47,01
%
Internationalität
81.858
Einwohnerzahl (2015)
36,97
Wohnfläche je Einwohner
11,47
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+1.038
Wanderungssaldo (2016)

Immobilienmarkt Moabit

Die beliebtesten Mikrolagen innerhalb Moabits sind architektonisch geprägt durch schöne Altbauten und ruhige Wohnstraßen mit Tempo-30-Zonen, Cafés und Restaurants. Dazu zählt u.a. der sternförmige Stephankiez. Hier befinden sich Häuser aus der Gründerzeit mit sehr schönen Stuckfassaden, die heute zum größten Teil restauriert sind. Etwa 90 Prozent der historischen Bausubstanz sind hier noch erhalten.

Das klassische Moabit aus der Zeit vor der Bezirksreform und der Eingliederung in den Bezirk Mitte, besteht aus den Quartieren Huttenkiez, Beusselkiez, Westhafen, Emdener Straße, Zwinglistraße, Elberfelder Straße, Stephankiez, Heidestraße, Lübecker Straße, Thomasiusstraße, Zillesiedlung und der Lüneburger Straße.

"Moabit ist Beste!"

Moabit „ist Beste“, weil es ein Stadtteil für Jedermann ist: für Junge und Alte, für einkommensschwächere und einkommensstärkere Haushalte, für Ur-Berliner und Zugezogene sowie für Touristen. Hier findet man die lebendige Moabiter Mischung.

Mit seiner Insellage, umgeben von Spree und Kanälen, lässt es sich in Moabit schön wohnen. Mit direkter Angrenzung an das Regierungsviertel in Mitte und dem 2006 eröffneten Hauptbahnhof ist der Stadtteil hervorragend gelegen. Zentralität, viel Grün und viel Wasser: da kommt Urlaubsstimmung auf. Im Sommer laden Cafés und Biergärten zum Verweilen ein. Unter den Torbögen von Sankt-Johannis hindurch befindet sich in ruhiger Lage in Alt-Moabit die Berliner Freiheit. Hier kann man im Sommer auf Bierbänken ein Feierabendbier in gelassener Atmosphäre genießen.

In der Kulturfabrik Moabit, ein ehemaliges Fabrik- und Lagerhaus, finden Kulturbegeisterte ein breites Angebot, das von Konzerten, Theater und Kino über Ausstellungen bis zu Politdiskussionen reicht. Hier wird das Gemeinschaftsgefühl des Kiezes groß geschrieben.

Einer der bekanntesten Moabiter Kieze ist der Stephankiez. Ein junger Kiez, der von individuellen Lebensformen geprägt ist. Etwa 65,73 Prozent der Haushalte lebten 2015 in einem Einpersonenhaushalt. Von den insgesamt 10.780 Einwohnern des Stephankiezes sind 55,12 Prozent zwischen 18 und 45 Jahre, nur 8,61 Prozent sind älter als 65 Jahre. In den benachbarten Kneipen, Cafés und Restaurants spiegelt sich die Moabiter Mischung wider, denn hier ist für Jedermann etwas dabei. Eines der kulinarischen Highlights, das „Arema“, befindet sich in der Birkenstraße.

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