Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Bezirksreport Prenzlauer Berg

Bis zur Bezirksreform war Prenzlauer Berg ein eigenständiger Bezirk. Heute ist er ein Ortsteil von Pankow. Prenzlauer Berg, meist "Prenzelberg" genannt, hat viele kleine Kieze und wurde schon kurz nach dem Mauerfall ausgesprochen beliebt. Bereits kurz nach der Wende setzte ein grundlegender Wandel im Bezirk ein. Die vom Krieg weitgehend unversehrt gebliebene Altbausubstanz wurde großflächig saniert und das bis dahin sehr ursprünglich gebliebene Berliner Milieu mit starkem künstlerischem Einschlag, wurde zunehmend durch die alternative Szene ergänzt. Die sehr vielen und sehr umfangreichen Altbausanierungen führten bereits in den 90er Jahren zu einem Bevölkerungsaustausch.

Durch Zuzüge aus den neuen West-Bezirken, insbesondere aus Kreuzberg, veränderten sich die Quartiere im Ortsteil geradezu rasant. In den 80er-Jahren, also vor dem Mauerfall, war Prenzlauer Berg Lebensmittelpunkt der Kunstszene im Osten. Die nonkonformistische Szene Ost-Berlins hatte hier ihr zuhause. Das, und der enorme Leerstand in den Quartieren Prenzlauer Bergs, zog die links-alternative Szene West-Berlins magisch an. Aus dem Szene-Kiez Ost wurde der erste berlinweite Szenekiez. Diese „Sturm-und-Drang“- Zeiten sind heute vergessen. Schon längst ist der Prenzlauer Berg ein Stadtteil des Establishments. Erhalten hat sich ein enormes Café-, Kneipen-, Nachtleben- und eine agile Kulturszene. Zusammen sind sie die Hauptmotoren des Bezirkes. Internationales Publikum tummelt sich sehr gerne im Prenzelberg.
Prenzlauer Berg ist rein flächenmäßig kein Riese, grenzt aber ringsherum an beliebte Nachbarn: Pankow, Wedding, Mitte, Friedrichshain und Hohenschönhausen sowie Weißensee. Wegen der hervorragenden Infrastruktur bildet der Ortsteil ein Kerneinzugsgebiet für die umliegenden Ortsteile. Im Nordosten liegt der Volkspark Prenzlauer Berg, entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg als Trümmerberg durch die Aufschüttung von Trümmern und nachfolgender Begrünung. Neben den kleinen Seen im Volkspark Prenzlauer Berg und im Ernst-Thälmann-Park sind Wasserflächen in diesem Ortsteil rar. Auch was den Baumbestand betrifft, liegt Prenzlauer Berg klar hinter dem ansonsten sehr grünen und von altem Baumbestand durchsetzten Pankow.
Zu den gefragtesten Kiezen gehören der Kollwitzplatz, der Arnimplatz, die Quartiere rund um die Bornholmer und Wisbyer Straße und diverse Mikrolagen entlang der Greifswalder Straße. Der Helmholtzplatz und das Bötzowviertel sind besonders beliebt bei Familien. Im Bötzowviertel liegt mit der Kurt-Schwitters-Gesamtschule eine der größten Schulen Berlins.

73,63
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
26,59
%
Internationalität (2016)
161.061
Einwohnerzahl (2016)
39,3
Wohnfläche je Einwohner
5,66
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+2.058
Wanderungssaldo (2016)

Immobilienmarkt Prenzlauer Berg

In den besonders beliebten Quartieren wie den Bötzow- und Kollwitz-Kiezen, rund um den Arnimplatz, am alten Schlachthof und am Helmholtzplatz säumen schicke und stilvolle Neu- und Altbauten die Straßenzüge. In diesen Lagen unterscheiden sich die Preise für Bestandsimmobilien mittlerweile kaum mehr von Neubaupreisen, teilweise liegen schöne Altbauwohnungen in Prenzlauer Berg auch deutlich über dem Preisniveau des Neubaus.

Evolutionsstufe Wohnungsmarkt Prenzlauer Berg

Abbildung oben: Die Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Prenzlauer Berg. Das Chart zeigt die Veränderungen im Preisgefüge des Bezirkes anhand von drei Preissegmenten. Wieviele Wohnungen wurden in den unterschiedlichen Preissegmenten angeboten? Die Linie zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Angebotspreises über alle Wohnungstypen und Preissegmente für Bestandswohnungen.

Immobilienpreise Prenzlauer Berg

Über alle Wohnungstypen gerechnet, sind die Angebotspreise je Quadratmeter von 2015 auf 2016 um etwa 8 Prozent gestiegen. Der mittlere Angebotspreis für Bestandsobjekte bewegte sich zum Jahresende 2016 um EUR 4.000/m², für Neubauwohnungen lag er bei 5.000/m² Wohnfläche.
Durchschnittswerte haben in Prenzlauer Berg aufgrund des stark segmentierten Marktes etwas weniger Aussagekraft als in anderen Bezirken. So liegen die Angebotspreis-Spitzen sowohl bei klassischen Altbauwohnungen als auch bei Penthäusern und Dachgeschossen bei knapp unter 10.000 Euro je Quadratmeter.
Die Zahl der angebotenen Bestandsobjekte ist seit 3 Jahren rückläufig, von knapp 4.500 Objekten in 2013 auf etwa 2.600 Wohnungen in 2016. Etwa 780 Neubauwohnungen wurden 2016 angeboten.

Prenzlberg, Vorreiter der Szenebezirke!

„Prenzlberg, Vorreiter der Szenebezirke!“

Prenzlauer Berg, als heutiges Sinnbild eines Szenebezirkes, beheimatet in seinen schönen sanierten Altbauquartieren meist einkommensstarke Familien, Singles und individuelle Wohnhaushalte. Der Anteil der Akademiker an der Gesamtbevölkerung Prenzlbergs liegt in vielen Quartieren bis zu 75 Prozent. Dass hier ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Anfang der 1990er Jahre lag das durchschnittliche Haushaltseinkommen noch 20 Prozent unter dem Ost-Berliner Durchschnitt. Der Wandel der Bevölkerung war besonders zwischen 1995 und 2000 spürbar, denn in diesem Zeitraum vollzog sich ein Austausch von etwa der Hälfte der Bevölkerung. Dennoch galt der Stadtteil auch schon zu DDR-Zeiten als hip.

In Prenzlberg tobt das Leben.

Kollwitzkiez, Winsviertel, Bötzowviertel, Helmholtzkiez und so weiter und so weiter.. In Prenzlauer Berg gibt es zahlreiche Künstler- und Ausgehviertel. Als „Szenemeile“ findet man die Kastanienallee oder „Castingallee“ in vielen Berliner Reiseführern. Hier und im nicht weit entfernten Gleimviertel tobt das Leben. Berliner und Touristen genießen ihre Freizeit gerne im Mauerpark. Sonntags sind auf dem Flohmarkt im Mauerpark Schätze, Schnäppchen und Leckerbissen zu finden. Nachmittags wird zur Karaokeveranstaltung gesungen, gelacht und gejubelt. In angenehmer Atmosphäre singen hier Menschen aus aller Welt zusammen.

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