Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Wohnmarktreport Reinickendorf

Berlin Reinickendorf ist ein Bezirk, der von der ländlichen Idylle bis zur urbanen Wohnform viele Facetten des Wohnens abdeckt. In Frohnau und Hermsdorf überwiegen Villenquartiere im Grünen. Lübars weist einen ländlichen Wohncharakter auf. Entlang der Havel und am Tegeler See sind die Ortsteile Konradshöhe, Heiligensee und Tegel gelegen. In Tegel und im Ortsteil Reinickendorf gibt es Gründerzeitbebauungen sowie viele Wohnsiedlungen aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Tegel weist im Kerngebiet eine überwiegend geschlossene Bebauung auf. In den Quartieren rund um den Eichborndamm, der Residenzstraße und Alt-Reinickendorf wurden zwischen 1920 und 1965 unter der Prämisse der sparsamen Bauweise viele kleine Geschosswohnungsbauten errichtet. In den goldenen Zwanzigern entstand nach Plänen des Architekten Otto Rudolf Salvisberg die Weiße Stadt, die seit 2008 eine von sechs Siedlungen der Berliner Moderne der UNESCO-Welterbe-Liste ist. Die Großsiedlung Märkisches Viertel, deren Fertigstellung 1974 erfolgte, entwickelte sich mit etwa 36.000 Bewohnern, 12 Schulen und einem Einkaufszentrum zu einem eigenständigen Ortsteil.

Die wirtschaftliche Entwicklung Reinickendorfs spiegelt den Wandel des Bezirks wieder. Zwischen Wohngebieten befinden sich zahlreiche gewerblich und industriell genutzte Räume. Hier sind die Ursprünge der Industrialisierung bis zur heutigen High-Tech-Entwicklung erkennbar. 1898 wurde das Borsigwerk auf dem 22,4 Hektar großen Gelände in Tegel eröffnet. Zeitgleich entstand für etwa 5000 Mitarbeiter die Wohnsiedlung Borsigwalde. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Metallverarbeitung in Berlin Tegel eingestellt. Die ehemaligen Lokomotivbauhallen wurden 1999 zu dem heutigen Einkaufszentrum „Hallen am Borsigturm“ umgewandelt. Heute ist Borsigwalde eine familienfreundliche Wohngegend, die mit einem umfangreichen Bildungs- und Schulangebot über eine gute soziale Infrastruktur verfügt. In Borsigwalde stehen 50 Prozent der Berlin-Immobilien unter Denkmalschutz.

Am früheren Industriehafen Tegel sind im Rahmen der internationalen Bauausstellung 1984-1987 postmoderne Wohnquartiere und eine Bibliothek entstanden. Die Wohnbebauung südlich des Tegeler Hafens besteht aus "Stadtvillen" mit jeweils vier bis sechs Wohnungen, drei "Wohnschlangen" und einem "Wohnhof". Die insgesamt 351 Wohneinheiten entstanden im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.

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Immobilienpreise in Reinickendorf

Die Immobilienpreise in Reinickendorf sind ähnlich heterogen wie seine Architektur. Aus diesem Grund betrachten wir die Kaufpreise pro m² auf drei Ebenen: wir unterscheiden wie der Berliner Mietspiegel zwischen einfacher, mittlerer und guter Wohnlage in Reinickendorf. Zu den einfachen Wohnlagen sind die Ortsteile Alt-Reinickendorf, Borsigwalde, das Märkisches Viertel, Saatwinkel und Schulzendorf zu zählen. Die mittlere Wohnlage umfasst die Ortsteile Waidmannslust, Wittenau, Heiligensee, Lübars und Tegel. Hermsdorf, Frohnau und Konradshöhe stellen die guten Wohnlagen des Bezirks dar.

Die Wohnungspreise in Reinickendorf in einfachen und guten Wohnlagen verzeichnen ein moderates Wachstumsniveau.

Berlin Reinickendorf weist ein moderates Mietpreisniveau auf. Trotz der Auswirkungen des angrenzenden Flughafens sind die durchschnittlichen Reinickendorfer Wohnungsmieten (Angebotsmieten) in Quartieren um den Eichborndamm, den Kurt-Schumacher-Damm und der Residenzstraße um rund 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Diese Quartiere werden zunehmend für Wohnungssuchende interessant, die den höheren Mietpreisen der Innenstadt ausweichen, dennoch im umliegenden City-Gebiet wohnen möchten. Die niedrigsten Mietpreise pro m² werden in den Hochhausquartieren des Märkischen Viertel Ost und West erzielt. Die durchschnittliche Wohnungsgröße in diesen Gebieten ist mit rund 83m² relativ groß. Die kleinsten Mietwohnungen in Berlin Reinickendorf findet man westlich der Residenzstraße und in Alt-Tegel mit einer Durchschnittsgröße von etwa 59 m².

Die nördlichen Stadtrandgebiete Frohnau, Hermsdorf, Heiligensee und Konradshöhe weisen einen sehr kleinen Mietmarkt auf. In diesen sehr grünen Ortsteilen Reinickendorfs dominieren Einfamilienhäuser und Villen. Frohnau verfügt mit etwa 4.450 Euro über das zweithöchste Nettohaushaltseinkommen Berlins (Quelle: cbre).

Reinickendorf Dashboard

59,39
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
30,6
%
Internationalität (2016)
261.919
Einwohnerzahl (2016)
39,1
Wohnfläche je Einwohner
7,56
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+5.832
Wanderungssaldo (2016)

Reinickendorf Standort für Gewerbe und Industrie

Aus einem traditionellen Industriestandort herausgewachsen, trägt Reinickendorf auch in der Gegenwart mit über 9.000 ansässigen Unternehmen wesentlich zum Berliner Sozialprodukt mit positiver Beschäftigungsentwicklung bei. Gewerbe- und Industriestandorte sind z.B. am Kurt-Schumacher-Platz, in der Oranienburger und Quickborner Straße und der Flohr- und Kühnemannstraße verbreitet. In der Flottenstraße in Berlin Reinickendorf sind Firmen wie ALBA, BSR und die Berliner Seilfabrik angesiedelt. Ebenfalls in Reinickendorf ansässig sind der Fahrstuhlhersteller OTIS, der Süßwarenhersteller Storck sowie die Staatliche Münze Berlin. Das Technologie- und Gründerzentrum „Am Borsigturm“ bietet mehr als 250 Unternehmen im Technologiezentrum und im PHÖNIX Gründerzentrum gute Standortfaktoren sowie Voraussetzungen für Kooperationen und Synergien. Laut Statistischen Amt Berlin Brandenburg sind für November 2015 52 Betriebe im verarbeitenden Gewerbe 9.564 Beschäftigten zu verzeichnen.

Die Büromieten in Reinickendorf stellen die geringsten Mieten im Berlinvergleich dar. 7,60 Euro pro m² betrug 2015 eine Durchschnittsmiete im Bereich Office. Diese ist von 7,50 im Jahr 2014 um 1,3 Prozent moderat gestiegen.

Zukunftsort Tegel

Eine gesamtstädtische positive Entwicklung stellt die Nachnutzung des heutigen Flughafenareals in Tegel dar. Sobald der Flugverkehr in Tegel eingestellt wird, entsteht ein großflächiges Flächenpotenzial für eine Neunutzung. Die Nachnutzung des Flughafenstandortes zu einem Industrie- und Forschungspark erfolgt unter dem Leitbild „Urban Technologies“. Der Schwerpunkt der 490 Hektar großen Fläche liegt auf der Forschung, Entwicklung und Produktion von umweltverträglichen Technologien, die mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung übereinstimmen. Im Mittelpunkt der Entwicklung der innerstädtischen Fläche steht die Ansiedlung von Unternehmen und Forschungsinstitutionen, die nachhaltige Themenbereiche wie Energien, Gebäudetechnologien, Mobilität, Recycling, Wasser sowie Informations- und Kommunikationstechnologien abdecken. Auch die Ansiedlung von Instituten der Beuth Hochschule für Technik und der Technischen Universität ist geplant.

Berlin Tegel gilt als einer der wichtigsten Zukunftsräume für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unter Berücksichtigung nachhaltiger Stadtentwicklungskonzepte. Mit seiner Näher zur City-West und deren Wissenschafts- und Forschungsstandort sowie der sehr gut ausgebauten Infrastruktur bietet der Zukunftsort Berlin Tegel ideale Voraussetzungen.

Der grüne Norden: Leben in Reinickendorf

Reinickendorf, der grüne Norden Berlins, ist durchsetzt von sehr viel Wald, Parkanlagen und Wasserflächen. Die Greenwichpromenade am 5 km² großen Tegeler See ist ein sehr beliebtes und traditionsreiches Ausflugsziel. Viele Ortsteile, darunter Hermsdorf, Frohnau, Konradshöhe, Heiligensee und Tegel, grenzen an den Berliner Forst. Innerhalb der Wohnquartiere in Reinickendorf sind zahlreiche Grünflächen angelegt. Allein 8 % der Fläche in Reinickendorf sind durch Parkanlagen abgedeckt.

Das partiell rurale Reinickendorf weist ein großes Angebot an öffentlichen Einrichtungen mit großstädtischem Charakter auf. Viele Kindergärten und etwa 60 Schulen aller Schulformen ermöglichen eine sehr gute soziale Infrastruktur. Das Freizeitangebot für Kinder reicht von rund 70 Spielplätzen über Kunstschulen und Musikschulen bis zu zahlreichen Sportstätten.

Die gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ermöglicht eine ideale Anbindung an den Personennahverkehr sowie an die A 111 sowie die Bundesstraße 96, über die man schnell in die Innenstadt gelangt.

Die Vorzüge Reinickendorf haben bereits rund 262.000 Einwohner für sich entdeckt. Der „Durchschnittsreinickendorfer“ ist 45 Jahre alt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erwartet bis 2030 in Reinickendorf einen Bevölkerungszuwachs von etwa 9,4 %.

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