Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Bezirksreport Schöneberg

Schöneberg ist nicht nur wegen seiner quirligen Kneipen- und Kulturszene ein überaus beliebter Bezirk. Neben der zentralen Lage, zeichnet sich der Stadtteil, der mit Tempelhof zusammen den Bezirk Tempelhof-Schöneberg bildet, durch die Nähe zu den großen Universitäten, zu den Einkaufsstraßen Kurfürstendamm, Tauentzienstraße und Schloßstraße sowie zu den größten Naherholungsflächen Berlins aus.
Der Bezirk mit über 149.470 Einwohnern hat viele, sehr unterschiedliche Quartiere und Lagen. Von der Szene rund um die Motzstraße, über Trödel- und Life-Style-Kieze am Kleistpark, bis hin zum gutbürgerlichen Wohnen in Friedenau. In Schöneberg gibt es alle Nuancen Berlins. Die Wohnlagen reichen von einfach bis sehr gut. In den Nachkriegsbauten gibt es viele kompakte Wohnungen, die zum nachgefragtesten Segment in Schöneberg gehören. Auch zu Mauerzeiten war der Bezirk sehr beliebt und bereits damals die Heimat der Berliner LGBT-Szene. Der Run auf die Wohnungen in fast allen Quartieren führte schon in den späten 80er Jahren zu hohen Kauf- und Mietpreisen in Schöneberg. Die meisten Quartiere in Schöneberg sind bürgerlich. Rund 66 Prozent der Haushalte sind Einpersonenhaushalte.
Diverse kleine Theater und Kabaretts sind hier beheimatet. Ein reges Nachtleben und eine Vielzahl netter Bars und Restaurants sind selbstverständlich. Zu Mauerzeiten gehörte Schöneberg zu den Taktgebern in Berlin. Kennedy hielt seine berühmte Rede vor dem Schöneberger Rathaus.

68,98
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
39,79
%
Internationalität (2016)
149.476
Einwohnerzahl (2016)
41,42
Wohnfläche je Einwohner
7,52
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+1.533
Wanderungssaldo (2016)

Immobilienpreise in Schöneberg

Die zentrale Lage, die Nähe zu Kreuzberg und eine agile internationale Szene im Umfeld des Winterfeldtplatzes sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage und für steigende Preise über alle Baujahre. Besonders gesucht sind kleine Single-Wohnungen. Die Preistendenz ist auch für 2017 klar steigend. 2016 sind die Angebotspreise für Wohnungen über alle Typen um etwa 14 Prozent gestiegen. Einzig bei Dachgeschosswohnungen und Penthouse-Apartments gab es 2016 eine kleine Preisdelle. Dachgeschosse liegen im Mittel nun bei ca. 5.400 Euro/m², Penthouse-Apartments in Schöneberg werden im Mittel zu 6.200 Euro/m² angeboten.

Über alle Wohnungsarten gab es 2016 etwa 2000 Angebote. Mit den steigenden Preisen dauerte auch die Vermarktung etwas länger. Etwa 14 Wochen benötigte eine Wohnung vom ersten Angebot bis zum Notartermin.

Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Schöneberg

Abbildung oben: Die Evolutionsstufe des Wohnungsmarktes in Schöneberg. Das Chart zeigt die Veränderungen im Preisgefüge des Bezirkes anhand von drei Preissegmenten. Wieviele Wohnungen wurden in den unterschiedlichen Preissegmenten angeboten? Die Linie zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Angebotspreises über alle Wohnungstypen und Preissegmente für Bestandswohnungen.

Neubauprojekte in Schöneberg

Um fast 31 Prozent legten die Angebotspreise in Neubauprojekten in Schöneberg 2016 zu. Knapp 240 Wohnungen wurden angeboten. Im Mittel lagen die Angebotspreise bei circa EUR 6.000/m².

Zentral, bunt, vielfältig: das ist Schöneberg!

Schöneberg hat viele, sehr unterschiedliche Facetten: ruhig und lebhaft, alternativ und modern, einfach und gehoben. Seine Bewohner sind genauso heterogen wie ihr Stadtteil.

Am Winterfeldtplatz, ehemalige Hochburg der Hausbesetzerszene, treffen sich Berliner und Touristen in traditionsreichen Kneipen und Bars, Restaurants sowie Cafés. Mittwochs und samstags wird das Treiben auf dem Platz durch den Trubel auf Berlins größten Gemüse- und Wochenmarkt noch bunter. Die Straßen rund um den Nollendorfplatz gelten als Zentrum der schwul-lesbischen Szene. Seit 1993 findet hier jährlich an zwei Sommertagen im Juni das größte europäische, lesbisch-schwule Straßenfest statt. Schöneberg ist das Berliner Sinnbild für Vielfältigkeit und Toleranz.

Schöneberg ist das Berliner Sinnbild für Vielfältigkeit und Toleranz. Das schätzten auch bekannte Namen wie David Bowie, der in der Hauptstraße 155 wohnte, Kurt Tucholsky, Albert Einstein und Marlene Dietrich. Während Albert Einstein im vornehmen Bayerischen Viertel lebte, befindet sich die Geburtsstätte von Marlene Dietrich in der Leberstraße auf der sogenannten „Roten Insel“. Diese erhielt ihren Namen von der linken Orientierung aus der Zeit der Berliner Arbeiterbevölkerung.

Sowohl die Rote Insel/Schöneberger Insel als auch die Quartiere Bayerischer Platz, Bautzener Straße und Kaiser-Wilhelm-Platz sind als soziale Erhaltungsgebiete ausgewiesen.

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