Mikroanalyse Immobilienmarkt Berlin
Wohnmarktreport Schöneberg

Schöneberg ist nicht nur wegen seiner quirligen Kneipen- und Kulturszene ein überaus beliebter Bezirk. Neben der zentralen Lage, zeichnet sich der Stadtteil, der mit Tempelhof zusammen den Bezirk Tempelhof-Schöneberg bildet, durch die Nähe zu den großen Universitäten, zu den Einkaufsstraßen Kurfürstendamm, Tauentzienstraße und Schloßstraße sowie zu den größten Naherholungsflächen Berlins aus.
Der Bezirk mit über 150.000 Einwohnern hat viele , sehr unterschiedliche Quartiere und Lagen. Von der Szene rund um die Motzstraße, über Trödel- und Life-Style-Kieze am Kleistpark, bis hin zum gutbürgerlichen Wohnen in Friedenau gibt es alle Nuancen Berlins. Die Wohnlagen reichen von einfach bis sehr gut. In Nachkriegsbauten gibt es viele kompakte Wohnungen, die zum gefragtesten Segment gehören. Die Nachfrage führte schon seit den 80er Jahren zu hohen Kauf- und Mietpreisen in den meisten Quartieren Schönebergs. Rund 66 Prozent der Haushalte sind Einpersonenhaushalte.

Interaktive Schöneberg Map: Alles auf einen Blick.

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Immobilienpreise in Schöneberg

Die zentrale Lage, die Nähe zu Kreuzberg und eine agile internationale Szene sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage und weiter steigende Wohnungspreise in Schöneberg in allen Baujahren. Besonders gesucht sind kleine Single-Wohnungen. Die Preistendenz ist auch für 2018 klar steigend. 2017 sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen in Schöneberg über alle Typen um etwa 15 Prozent gestiegen. Einzig bei Penthouse-Apartments gab es eine kleine Preisdelle. Dachgeschosse steigen weiter im Preis. Immer öfter allerdings unterscheiden Anbieter nicht mehr zwischen Dachgeschoss und Penthouse, wodurch die Preise schwer vergleichbar werden.
Etwa 2000 Kaufangebote für Wohnungen im Bestand gab es 2017 in Schöneberg. Mit steigenden Preisen dauert auch die Vermarktung etwas länger. Etwa 14 Wochen benötigt eine Wohnung in Schöneberg derzeit vom ersten Angebot bis zum Notartermin.

Wohnungsmarkt Schöneberg Preissegmente

Infografik unten: Evolution Wohnungsmarkt Schöneberg. Preissegmente und Entwicklung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen.

Zinshausmarkt Schöneberg

Der Markt für Mietshäuser in Schöneberg wird durch sehr unterschiedliche Typologien charakterisiert. Von den etwa 5.750 Wohngebäuden in Schöneberg wurden annähernd 58 Prozent vor 1919 erbaut. Der überwiegend sanierte, klassische Altbaubestand dominiert das Straßenbild in den meisten zentralen Quartieren. Etwa 25 Prozent der Wohngebäude sind Nachkriegsbauten.

2000 WEGs. 2200 Zinshäuser in Privatbesitz.

Vom Gesamtbestand befinden sich, Stand 2014, knapp 2.000 Einheiten in den Händen von WEGs (Gemeinschaft von Wohnungs-eigentümern/-innen), weitere 2.200 sind im Besitz von Privatpersonen und nur 516 Miethäuser gehören dem Bezirk, kommunalen Wohnungsunternehmen, dem Bund oder dem Land.
Der durchschnittlich nachgefragte Quadratmeterpreis bewegte sich 2017 bei etwa EUR 2.650. In Schöneberg ist die Zahl der angebotenen Zinshäuser, wie in den anderen Berliner Bezirken auch, über die letzten vier bis fünf Jahre kontinuierlich zurückgegangen. Der Preisdruck am Markt nimmt durch die Einführung neuer Milieuschutzgebiete und Umwandlungsverbote weiter zu. Dem Jahresbericht 2015 „Monitoring zur Anwendung der Umwandlungsverordnung„ im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ist zu entnehmen dass im Jahr 2015 von 165 beantragten Umwandlungen 124 Vorgänge genehmigt wurden. Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gibt es 12 Gebiete, die der Erhaltungssatzung unterliegen, davon sind 8 Erhaltungsgebiete städtebaulich, und 4 Gebiete nach Erhaltungsverordnung (Milieuschutz) festgelegt. Derzeit werden vier weitere Gebiete vom Bezirk geprüft.

Mietshäuser / Zinshäuser Schöneberg Überblick

Jahr Ø EUR/m² Min. EUR/WFL Max. EUR/WFL Transaktionen % Vorjahr Index (2006 ist 0)
2006 920 300 3.400 37 0 0
2007 1200 300 3.800 80 29 29
2008 1030 400 2.400 84 -14 11
2009 1070 500 8.100 107 4 16
2010 1160 400 2.800 56 8 26
2011 1200 700 3.000 71 3 30
2012 1700 600 5.000 58 40 81
2013 2100 800 4.400 75 24 125
2014 2300 800 4.100 47 10 149
2015 2.300 1700 3.400 7 1 150
2016 2500 2.200 3.000 6 9 174
2017 2650 1.900 6.400 17 5 187

Schöneberg Dashboard

68,98
%
Anteil der Bevölkerung zwischen 18 und 65
39,79
%
Internationalität (2016)
149.476
Einwohnerzahl (2016)
41,42
Wohnfläche je Einwohner
7,52
%
Arbeitslosenquote (06/16)
+1.533
Wanderungssaldo (2016)

Zentral, bunt, vielfältig: das ist Schöneberg!

Schöneberg hat viele, sehr unterschiedliche Facetten: ruhig und lebhaft, alternativ und modern, einfach und gehoben. Seine Bewohner sind genauso heterogen wie ihr Stadtteil.

Am Winterfeldtplatz, ehemalige Hochburg der Hausbesetzerszene, treffen sich Berliner und Touristen in traditionsreichen Kneipen und Bars, Restaurants sowie Cafés. Mittwochs und samstags wird das Treiben auf dem Platz durch den Trubel auf Berlins größten Gemüse- und Wochenmarkt noch bunter. Die Straßen rund um den Nollendorfplatz gelten als Zentrum der schwul-lesbischen Szene. Seit 1993 findet hier jährlich an zwei Sommertagen im Juni das größte europäische, lesbisch-schwule Straßenfest statt. Schöneberg ist das Berliner Sinnbild für Vielfältigkeit und Toleranz.

Schöneberg ist das Berliner Sinnbild für Vielfältigkeit und Toleranz. Das schätzten auch bekannte Namen wie David Bowie, der in der Hauptstraße 155 wohnte, Kurt Tucholsky, Albert Einstein und Marlene Dietrich. Während Albert Einstein im vornehmen Bayerischen Viertel lebte, befindet sich die Geburtsstätte von Marlene Dietrich in der Leberstraße auf der sogenannten „Roten Insel“. Diese erhielt ihren Namen von der linken Orientierung aus der Zeit der Berliner Arbeiterbevölkerung.

Sowohl die Rote Insel/Schöneberger Insel als auch die Quartiere Bayerischer Platz, Bautzener Straße und Kaiser-Wilhelm-Platz sind als soziale Erhaltungsgebiete ausgewiesen.

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